Luciafest in Stockholm (Teil 2 )

Heute nehme ich euch mit auf den Weihnachtsmarkt im Freilichtmuseum „Skansen“.

Leider hat es an dem Tag in Strömen geregnet, daher sehen die Bilder nicht so hübsch aus wie es in Wirklichkeit ist bzw. wie wir es die Jahre zuvor erlebt hatten.
Hier ist ein Bild zur Wetterlage:

Wir waren vorbereitet. Dennoch waren wir am Ende ganz schön durchgeweicht. Egal. Das Wetter war für uns kein Grund, Trübsal zu blasen! Wenn es ungemütlich wird, kann man sich im Skansen in die kleinen Häuschen verkrümeln, in denen meist ein warmer Ofen brennt und in traditioneller Tracht gekleidete Damen Geschichten von vergangenen Tagen erzählen. Zum Beispiel wie man 1920 Weihnachten gefeiert hat. Oder die Geschichte der Bewohner des Hauses, in dem man gerade sitzt. Es ist jedenfalls sehr gemütlich.

Richtig kuschelig ist es beim Glasbläser. Daher haben wir ihm direkt mal einen Besuch abgestattet.

Hier werden wunderschöne Projekte aus Glas produziert. Ich staune jedes Mal wie sowas möglich ist.

Und dann, gut aufgewärmt, muss man natürlich den Weihnachtsmarkt besuchen! Was es da alles zu Bestaunen gab! Ich finde, dass es hier ganz besonders hübsche Sachen gibt. Alles handgefertigt in Schweden.

Sind die kleinen Kerlchen nicht putzig?!

Von den Figürchen mit der langen Zipfelmütze unten steht nun eines in unserem Wohnzimmer – in meiner Weihnachtsfiguren-Sammlung. Ich konnte einfach nicht widerstehen!

… bei denen auch nicht …

Ich hätte ja noch stundenlang weiter Shoppen können. Aber das Santa Lucia Konzert in der Seglora Kirche, einer hölzerne Kirche aus dem frühen 18. Jahrhundert, geht gleich los! Also nichts wie hin!
Man sollte sich unbedingt vorab über das Programm im Skansen informieren. Letztes Jahr haben wir das Konzert verpasst, was wirklich schade war. Es empfiehlt sich übrigens mindestens 30-45 Minuten vor Beginn zur Kirche zu kommen, da sie nur eine begrenzte Anzahl an Zuschauern reinlassen. Und die Schlangen sind immer sehr lang.

Die Atmosphäre in dieser alten Kirche ist ganz besonders schön. Uns war während des Konzerts ganz warm und weihnachtlich ums Herz.

So beseelt sind wir dann weiter zu den Rentieren und Elchen geschwebt. (Auch hier ein Tipp: Es wird im Winter früh dunkel in Stockholm. Falls ihr Fotos von den Tieren machen möchtet, seht zu, dass ihr bis 14 Uhr am Gehege seid!)

Im Rentier-Gehege war tatsächlich etwas mehr los. Hier wurde fleißig gefuttert, sicher um für das Ziehen des Weihnachts-Schlittens Kraft zu sammeln. 🙂

Um uns wieder aufzuwärmen, haben wir uns noch mal zum Weihnachtsmarkt aufgemacht. Ein dicker Pfannkuchen und ein Glögg – und schon ist einem wieder warm!

So gestärkt haben wir uns dann auch noch den Rest vom Weihnachtsmarkt angeschaut. Hier sind ein paar Eindrücke.

jede Menge Wichtel
Kissenstand
Glasstand
Kerzenstand


Nach dem Weihnachtsmarktbummel waren wir erneut vom Regen durchgeweicht. Aber das macht nichts! Man hat viele Möglichkeiten, sich hier wieder aufzuwärmen. Es gibt offene Feuerstellen, heiße Schokolade und leckere Safranschnecken.

Safrans Bulle

Und wem das noch nicht reicht, der tanzt fröhlich um den Weihnachtsbaum! Das ist großer Spaß, bei dem es allen garantiert warm wird! Die Skansen-Band heizt dazu ordentlich ein!

Skansen-Band

Das Lied, das hier gespielt wird, geht so: „Der Frosch hat keine Ohren, der Frosch hat keinen Schwanz…“ Daher die Handbewegungen zum Kopf und nach hinten. Es ist zwar kein Weihnachtslied, aber da nehmen es die Schweden nicht so genau. Hauptsache, es ist fröhlich und man kann lustige Bewegungen dazu machen!

Trocken waren wir danach noch nicht. Daher sind wir wieder in eine der Hütten eingekehrt und haben uns bei einem Fidel-Konzert an der mollig warmen Heizung aufgewärmt.

Nach Einbruch der Dunkelheit, um 16 Uhr, zieht dann die feierliche Luciaprozession mit Pferdekutschen aus dem königlichen Gestüt und Fackelbeleuchtung zur Konzertbühne „Sollidenscenen“. Hier klingt der Luciatag mit Lucia- und Weihnachtsliedern aus.

Wir haben unseren Tag im „Flying Elk“ ausklingen lassen. Eines unserer Lieblingsrestaurants in Gamla Stan. Wir lieben es allein schon wegen dem lustigen Namen!

Flying Elk

Hinter dem urigen Ambiente verbirgt sich ein Sterne-Restaurant und es ist immer etwas spannend, was man nach der Bestellung auf dem Teller vorfindet. Die sind da sehr kreativ. Das hier ist Rentierfilet mit roter Beete und Nüssen, soweit ich das verstanden habe. Es war jedenfalls sehr lecker!

Mit dem Bier haben sie sich auch Mühe gegeben, „with German ideals in mind“ (siehe Dosenaufschrift). Da kann man dann auch mal darüber hinwegsehen, dass man so eine schnöde Dose auf den Tisch gestellt bekommt. 🙂 Für schlappe 12 Euro. Der Preis ist in Schweden übrigens normal. Nur, dass ihr vorgewarnt seid. Aber man ist schließlich nicht jeden Tag in Stockholm! Also raus damit!


Am Abreisetag sind wir noch kurz nach „Söder“ gefahren, um dort einen letzten Blick auf Stockholm zu werfen. Es gibt da einen speziellen Geheimtipp, den ich euch gerne verrate, solltet ihr einen Ausflug nach Stockholm planen (Es ist unser Geheimnis!). Es ist ein kleiner versteckter Weg, von dem man eine traumhafte Aussicht hat!

Mit diesem letzten Blick auf die Altstadt verabschiede ich mich nun von euch und hoffe, dass ihr genau so viel Freude beim Lesen wie ich beim Tanzen um den Weihnachtsbaum hattet!

Liebe Grüße
Eure Nicole

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.